Elektronische Bauteildaten sind eine entscheidende Grundlage für zuverlässige PCB-Prozesse. Gleichzeitig kostet es im Arbeitsalltag viel Zeit, geeignete Komponenten zu finden, Daten zu überprüfen und fehlende oder fehlerhafte Informationen zu ergänzen.
Die Electronic Parts Library, kurz EPL, setzt genau hier an. Mit knapp 2,6 Millionen Bauteilen, modernen Suchfunktionen und Möglichkeiten zur unternehmensweiten Zusammenarbeit bietet sie eine zentrale Plattform für die Suche, Verwaltung und Integration elektronischer Bauteildaten.
Knapp 2,6 Millionen Bauteile in einer zentralen Bibliothek
Die EPL stellt physikalische Modelle und technische Informationen zu knapp 2,6 Millionen elektronischen Komponenten bereit. Diese Daten können in unterschiedlichen Bereichen der Leiterplattenentwicklung, Fertigung, Prüfung und Bestückung eingesetzt werden.
In Verbindung mit PCB-Investigator und entsprechenden DFM-Prüfungen helfen verlässliche Bauteilmodelle dabei, mögliche Probleme bereits frühzeitig zu erkennen. Fehler können dadurch behoben werden, bevor sie in der Fertigung zu Verzögerungen oder kostspieliger Nacharbeit führen.
Bauteile mit dem PartMatcher schneller zuordnen
Der PartMatcher ermöglicht eine besonders schnelle Zuordnung vorhandener Bauteile zu passenden Einträgen innerhalb der EPL.
Anstatt umfangreiche Datenbestände manuell durchsuchen zu müssen, können Unternehmen Komponenten effizient mit den verfügbaren Bibliotheksdaten abgleichen. Dadurch reduziert sich der Aufwand bei der Datenaufbereitung, während gleichzeitig die Qualität und Einheitlichkeit der verwendeten Bauteildaten steigt.
Alternative Bauteile per Freitext suchen
Neben der klassischen Suche bietet die EPL eine semantische Freitextsuche. Anwender müssen damit nicht zwingend eine exakte Herstellerbezeichnung oder Materialnummer kennen.
Stattdessen kann die gewünschte Komponente anhand ihrer Eigenschaften oder ihres Einsatzzwecks beschrieben werden. Die Suche berücksichtigt die inhaltliche Bedeutung der Anfrage und kann passende sowie alternative Bauteile vorschlagen.
Das ist beispielsweise dann hilfreich, wenn:
- ein bestimmtes Bauteil nicht verfügbar ist,
- eine Alternative eines anderen Herstellers gesucht wird,
- nur einzelne technische Anforderungen bekannt sind,
- oder mögliche Ersatzkomponenten verglichen werden sollen.
Die Bauteilsuche wird dadurch flexibler und orientiert sich stärker an der tatsächlichen Aufgabenstellung des Anwenders.
Neue Bauteile einfacher zur EPL hinzufügen
Auch der Prozess zum Ergänzen neuer Komponenten ist effizient gestaltet. Unternehmen können fehlende Bauteile über sogenannte PartRecommendations vorschlagen.
Ein vorgeschlagenes Bauteil steht dem eigenen Unternehmen direkt zur Verfügung. Dadurch müssen interne Prozesse nicht darauf warten, dass der Eintrag zunächst allgemein geprüft und veröffentlicht wurde.
Parallel kann das EPL-Team die Empfehlung intern kontrollieren. Nach erfolgreicher Prüfung lässt sich das Bauteil für alle Anwender der EPL freigeben.
Dieses Verfahren verbindet zwei wichtige Anforderungen: Unternehmen erhalten benötigte Bauteildaten schnell, während die Qualität der global verfügbaren Bibliothek durch einen kontrollierten Freigabeprozess sichergestellt bleibt.
Fehlerhafte Bauteildaten selbst verbessern
Nicht nur fehlende, sondern auch unvollständige oder fehlerhafte Bauteildaten lassen sich direkt melden und korrigieren. Hierfür stehen PartReports zur Verfügung.
Unternehmen können einen bestehenden Eintrag verbessern und die korrigierte Version unmittelbar innerhalb der eigenen Organisation verwenden. Die Änderung wird anschließend intern geprüft und kann nach der Freigabe in den allgemeinen Datenbestand übernommen werden.
So profitieren Unternehmen sofort von ihren eigenen Korrekturen. Gleichzeitig können qualitätsgesicherte Verbesserungen später allen EPL-Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
Auf diese Weise entsteht ein kontinuierlich wachsender und sich verbessernder Datenbestand.
Eigene Bauteile über die Weboberfläche verwalten
Eine Weboberfläche ermöglicht die zentrale Suche und Verwaltung von Bauteilen. Darüber lassen sich sowohl globale EPL-Daten als auch unternehmenseigene Inhalte bearbeiten.
Zu den zentralen Funktionen gehören:
- die Suche nach Bauteilen,
- die Verwaltung firmeneigener Parts,
- das Erstellen und Bearbeiten von PartRecommendations,
- das Melden und Korrigieren von Bauteildaten über PartReports,
- sowie die Nachverfolgung der jeweiligen Prüf- und Freigabeprozesse.
Damit steht Unternehmen eine zentrale Umgebung zur Verfügung, in der sie ihre eigenen Bauteildaten verwalten und gleichzeitig auf den umfangreichen Datenbestand der EPL zugreifen können.
Integration in eigene Anwendungen über das EPL SDK
Die EPL verfügt über ein eigenes Software Development Kit, kurz SDK. Damit können Unternehmen die Funktionen der Bauteilbibliothek auch außerhalb von PCB-Investigator in eigene Anwendungen und Prozesse integrieren.
Denkbar sind beispielsweise Anbindungen an:
- interne Engineering-Tools,
- Material- und Warenwirtschaftssysteme,
- unternehmenseigene Bauteildatenbanken,
- automatisierte Prüf- und Freigabeprozesse,
- Beschaffungsanwendungen,
- oder eigene Web- und Desktoplösungen.
Für den Einstieg steht ein Demoprojekt zur Verfügung. Es zeigt exemplarisch, wie eine Anwendung an die EPL angebunden und wie auf die verfügbaren Funktionen zugegriffen werden kann.
Unternehmen müssen die EPL damit nicht ausschließlich über eine vorgegebene Benutzeroberfläche verwenden, sondern können sie flexibel in ihre bestehende Systemlandschaft einbetten.
Bauteilsuche über eine MCP-Anbindung
Zusätzlich ist eine Anbindung über das Model Context Protocol, kurz MCP, möglich.
Über diese Schnittstelle können kompatible Anwendungen und KI-gestützte Systeme auf die Such- und Filtermöglichkeiten der EPL zugreifen. Bauteile lassen sich dadurch beispielsweise anhand technischer Eigenschaften, Herstellerinformationen oder anderer Kriterien suchen und eingrenzen.
Eine MCP-Anbindung schafft damit die Grundlage für dialogorientierte Arbeitsabläufe. Anwender können Bauteile über natürlich formulierte Anfragen recherchieren, vergleichen oder für bestimmte Aufgaben vorsortieren lassen.
Fazit
Mit der Electronic Parts Library wird die Arbeit mit elektronischen Bauteildaten schneller, flexibler und stärker auf die Anforderungen einzelner Unternehmen ausgerichtet.
Anwender können nicht nur auf knapp 2,6 Millionen Bauteile zugreifen, sondern die Bibliothek auch aktiv erweitern und verbessern. Neue oder korrigierte Bauteile stehen innerhalb des eigenen Unternehmens direkt zur Verfügung, während ein zusätzlicher Prüfprozess die Qualität der globalen EPL-Daten sicherstellt.
Durch das eigene SDK, das verfügbare Demoprojekt und die mögliche MCP-Anbindung lässt sich die EPL zudem weit über PCB-Investigator hinaus einsetzen. Sie wird damit von einer reinen Bauteilbibliothek zu einer zentralen Daten- und Integrationsplattform für moderne Elektronikprozesse.


